Die Börsen und der Ukraine-Russland-Krieg – Wie sollte ich als Anleger jetzt reagieren?

Die Börsen und der Ukraine-Russland-Krieg

Die Börsen und der Ukraine-Russland-Krieg – Wie sollte ich als Anleger jetzt reagieren?

Die Börsen und der Ukraine-Russland-Krieg veranlassen mich zu diesem Artikel. Dieser Artikel ist überfällig. Schon lange wollte ich die Hinweise und die Informationen über Zusammenhänge von Wirtschaft, Börse, Geldanlage und Krisen in der Welt einmal öffentlich machen. Immerhin sind diese Informationen regelmäßig Bestandteil meiner Investmentberatungen.

Nun wurde ich sogar (fast) dazu gezwungen, diesen Artikel zu schreiben. Ich wäre fast geneigt, mich bei Wladimir Putin dafür zu bedanken; würde ich diesen größenwahnsinnigen Diktator und seine unmenschliche Politik nicht so sehr verachten.

Im Ernst, es war ein langjähriger und treuer Fondsdepot-Kunde, der mir riet, mein Wissen über die Zusammenhänge einmal öffentlich zu machen. Meine bescheidenen Social-Media-Kanäle, wie Facebook (Firmenseite) oder Instagram – in denen ich immer wieder einmal kurze Postings dazu veröffentliche – erreichen einfach (noch) nicht genügend Menschen. Danke für den „Stupser“, lieber Herr P.

Welche Reaktionen zeigen Anleger bei hektischen Börsenentwicklungen?

Die Börsen und der Ukraine-Russland-Krieg in diesen Tagen zeigen deutlich, dass die Börse nicht automatisch Gewinne für Anleger bietet. Das sollte sich aber auch bei Anfängern und Privatanlegern rumgesprochen haben. Zumindest bei jenen, die gut beraten wurden, bevor sie Ihr Kapital gewinnbringend angelegt haben.

Das ist übrigens – und für mich immer wieder unverständlich – nicht automatisch der Fall, wenn Anleger sich eine Anlageberatung suchen. Zu mir kommen nicht selten Neukunden, die zuvor schon ein paar Jahre ein Aktien- oder Fondsdepot hatten, mit dem Ergebnis des Depots oder mit der Betreuung des Anlageberaters aber gar nicht zufrieden waren. So konnte ich einen Kunden vor einiger Zeit von meiner Arbeit überzeugen und er wechselte daraufhin mit einem 7stelligen Betrag sein Depot zu mir. Pech für die Bank, die diesen Kunden mehr als schlecht betreute.

Die Nachlässigkeit solcher Anlageberater ist zugleich meine Chance. Ich habe Spaß daran, den Kunden zu zeigen, dass eine wirklich gute Geldanlage langfristig richtig Freude machen kann. Und spätestens nach wenigen Jahren, fühlen sich diese Kunden tatsächlich durch unsere enge Zusammenarbeit und die Beratungsgespräche viel schlauer, was Wirtschaft, Geldanlage und Investmentanlagen betrifft, als früher.

Grundsätzlich zeigt sich immer wieder, dass eitel Sonnenschein bei den Kunden herrscht, solange es mit der Anlage in Aktien oder Investmentfonds gut läuft. Wenn Kurse steigen und somit die Depots eine erfreuliche Performance zeigen, sind Anleger überzeugt, etwas Gutes mit Ihren Ersparnissen getan zu haben. Der Berater ist der Held und seine Tipps werden geschätzt.

Was aber, wenn es mal unerwartete Ausreißer in Form von Börsenturbulenzen gibt? Die Börsen und der Ukraine-Russland-Krieg sind dafür ein gutes – wenn auch schmerzhaftes – Beispiel.

Machen wir mit Ihnen – lieber Leser – doch einmal eine Live-Probe.

Wären Sie mit Ihrem Geld bei dieser Börsensituation gern dabei oder nicht?

Die Börsen und der Ukraine-Russland-Krieg

Wer jetzt „Nein“ sagt, dem glaube ich nicht J.

Zugegeben, die Frage hat ein Ziel. Die Grafik zeigt den Verlauf der bekanntesten Börsenindizes der Welt. Und zwar über einen Zeitraum von 13 Jahren. Vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2021.

In dieser Zeit haben die Fondsdepots meiner Kunden – je nach Risikoausrichtung und Einstiegszeitpunkt – eine jährliche Rendite erzielt, die zwischen 4 und knapp 11% p.a. lag.

Ich vermute also, in dieser Zeit wären Sie gern dabei gewesen.

Wären Sie in dieser Zeit gern mit Ihrem Kapital dabei gewesen?

Die Börsen und der Ukraine-Russland-Krieg

Jetzt glaube ich Ihrem „Nein“ natürlich. Wer am 01.01.22 in die gezeigten Indizes mit seinem Kapital eingestiegen wäre, würde heute – am 09.03.2022 – eine Wertminderung zwischen 12 und 15% in seinem Depot finden. Einzig brasilianische Aktien verbuchen einen Wertzuwachs von ca. 5,5% für die ersten 9 Wochen des Jahres.

Seit nunmehr 30 Jahren berate ich Kunden in Sachen Kapitalanlage und das Vertrauen meiner Kunden ist hoch. Das schätze ich sehr und die Arbeit mit diesen Kunden ist in der Regel vertrauensvoll und fruchtbar. Selbst strikte Börsengegner – aus Angst Geld zu verlieren – waren nach einer umfangreichen und tiefgehenden Beratung über Wirtschaft, Börse, Risiken, Chancen und Renditemöglichkeiten ganz anderer Meinung und stimmten einer Depoteröffnung für Investmentfonds zu. Einige etwas skeptisch, andere voller Zuversicht. Die letzten Jahre haben diese Kunden überzeugt. Die Renditen ihrer Fondsdepots lagen meist genau dort, wo sie aufgrund Ihrer Risikoeinstufung liegen sollten. Manchmal sogar deutlich darüber.

Wie wäre Ihr Gefühl, wenn Sie diesen Verlauf an den Weltbörsen sehen?

Sicher sehr gern, oder? Vielleicht ärgern Sie sich, dass Sie nicht dabei waren?

Ich löse natürlich sofort auf. Hier sehen wir den Verlauf der Weltbörsen über die letzten 20 Jahre; vom 01.01.2002 bis zum 09.03.22. Die Wirkung des Ukraine-Russland-Krieg ist deutlich sichtbar. Ebenso, wie die weltweite Finanzkrise 2008, als auch die Coronakrise im März 2020.

Meine Kundendepots, die schon seit 2002 investiert sind, zeigen über diesen Zeitraum – Stand heute,  den 09.03.22 – eine Rendite zwischen 4 und 9% p.a. Selbst der heftige Crash der letzten Tage macht langfristig nicht viel an Wertverlust aus. Auch wenn es natürlich bedauerlich ist, dass von der Spitze – am Jahresende 2021 – bis heute das Depot wieder rund 5 – 15% weniger Wert hat. Ebenso bedauerlich für die Kunden, die erst in den letzten Wochen erstmals investiert oder gerade zugekauft hatten. Aber das ist nun einmal so. Die langfristige Betrachtung zeigt, ob ein Depot etwas taugt oder nicht. Ob es am Ende 0,5 oder 1% weniger an jährlicher Rendite bringt, ist dann nebensächlich.

Wie gehen gut beratene und aufgeklärte Depot-Kunden mit der aktuellen Situation um?

Selbst in der Zeit der großen und schnellen Börsencrashes 2000/2001 und 2008 gab es nur wenige meiner Kunden, die Ängste um ihre Ersparnisse äußerten. Eine kurze Auffrischung der Beratungsinhalte mit Stichworten, wie „Panikreaktionen“, „Übertreibungen“, „gesunde Weltwirtschaft“ oder „neue Chancen“ führten bei den meisten dieser ängstlichen Kunden dazu, dass sogar neues Geld in die Depots investiert wurde. Am Anfang der Coronakrise – die Börsen der Welt brachen in wenigen Tagen um bis zu 40% ein – führte das neue Wissen der Kunden sogar dazu, dass diese von ganz allein auf mich zukamen und die günstigen Kurse nutzen wollten, um frisches Kapital in die Depots zu bringen.

Aktuell zeigt sich – zumindest bei einigen wenigen Depotkunden – ein anderes, für mich neues, Bild.

Ein Krieg sorgt für Leid, Tod und Unsicherheit über die Zukunft. Ein solches Szenario gab es seit dem 2. Weltkrieg – also seit über 82 Jahren – nicht mehr. Keiner meiner Kunden – und auch ich nicht – hat Erfahrungen mit einem Krieg, der solche Auswirkungen auf die Kapitalanlage oder auf die Weltwirtschaft zeigt. Einzig ein Blick auf die Vergangenheit ist möglich; und sehr sinnvoll!

Die Wirtschaft der Welt kennt nur eine Richtung

Schauen wir uns dazu einmal eine meiner Lieblingsgrafiken an, welches ich bei fast jeder meiner Investmentberatungen gern einsetze. Es zeigt in einem Bild so viel und so eindrücklich, wie ich durch Erläuterungen und Erzählungen kaum ausdrücken kann.

217 Jahre Börse und Krisen

In dieser Grafik sind die Auswirkungen von Kriegen, Wirtschaftskrisen, Hyperinflation und politische Krisen über 200 Jahre erfasst. Die Wirkungen auf Anlagemöglichkeiten, wie Aktien (also Unternehmensbeteiligungen), Zinsanlagen (Anleihen, Geldmarkt), die Leitwährung US$ oder die „Fluchtwährung Gold“ sind ersichtlich; und das sogar schon inflationsbereinigt.

Welche Fehler machen unerfahrene Anleger immer wieder?

Ein – wie ich finde – sehr wichtiges Thema in einer umfassenden Beratung über Geldanlagen in Investmentdepots ist die Vermeidung von typischen Anlegerfehlern. Typische Fehler von schlecht oder nicht umfassend informierten Privatanlegern oder Anfängern sind:

  • Fehlendes Verständnis für die Zusammenhänge der Wirtschaft; insbesondere Wirkung der produzierenden Unternehmen und Anbietern von notwendigen Dienstleistungen auf die langfristige Entwicklung der Weltwirtschaft.
  • Keine tiefergehenden Informationen über den Geldkreislauf, Inflation und Zinsen sowie der Bedeutung von Nachfrage und Angebot.
  • Nachjagen von „Börsenempfehlungen“ ohne genau zu wissen, worin wirklich investiert wird.
  • Fehlende Planung von Zielen, die mit dem angelegten Geld erreicht werden sollen.
  • Keine langfristig ausgelegte Anlagestrategie.
  • Panikreaktionen bei schlechten Börsennachrichten.
  • Angst vor Verlusten.

Wie sollen Anleger auf den aktuellen Ukraine-Russland-Krieg reagieren?

Die Antwort finde ich ganz einfach. Gleich einem Mantra wiederhole ich stets meine Antwort auf solche Fragen aus dem Kundenkreis:

  • Jetzt gibt es neue Chancen.
  • Heute sind gute Firmen deutlich günstiger zu bekommen, als noch ein paar Monate zuvor.
  • Wer gute Fonds in seinem Depot hat, bekommt diese heute 10, 15 oder gar 20% billiger.
  • Was passiert wohl, wenn die Kurse wieder steigen?
  • Mehr Rendite lässt sich für das neue Geld im Depot gar nicht erzielen.

Es kommt also eher darauf an, ob die aktuelle Geldanlage etwas taugt, als auf die aktuelle Börsensituation. Wie die 200-Jahre-Grafik oben belegt, gehen Börsenanlagen (also Unternehmensentwicklungen) ohnehin langfristig immer (wieder) nach oben. Wer gute und starke Werte – gleich ob Aktien oder Investmentfonds – in seinem Depot hat, muss sich also gar keine weiteren Gedanken machen. Er kann sich darauf konzentrieren, ob noch frisches Kapital vorhanden ist, um die günstige Chance nutzen zu können. Profis lauern bereits und schlagen wohl bald auf breiter Front zu.

Ich selbst und einige Depotkunden haben in den letzten Wochen die günstigeren Kurse bereits genutzt, und neues Geld in die Fondsdepots gelegt. Es wäre in diesen Tagen noch günstiger gegangen aber den perfekten Zeitpunkt zu treffen, ist Glücksache und hat nichts mit Wissen oder Können zu tun. Timing funktioniert nicht. Wer etwas anderes behauptet, hat unredliche Absichten. Wichtig ist nur, dass das Kapital zu günstigen Kursen investiert wird.

Hot-News:

Gerade heute (09.03.22 – 18 Uhr), in dem Moment, in dem ich diesen Artikel fertig stelle, zeigen die Börsen in Europa, USA und Japan dramatische Aufwärtsbewegungen. In Europa steigen die Börsen zwischen 4 und über 8%. Solche Tagesgewinne sind ein Extrem und ebenso eine Übertreibung, wie Tagesverluste von 3-5%. Es zeigt jedoch, dass es viel Käufer gibt, die jetzt die verprügelten Werte extrem billig einsammeln wollen. Auch das Handelsvolumen ist hoch. Es gibt also nicht nur ein paar Käufer, die ein paar Euro oder Dollar riskieren, sondern richtig viel Geld, welches investiert wird. Ein wichtiger Indikator dafür, dass die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine wohl doch nicht die Dramatik auf die Weltwirtschaft haben wird, wie zu Beginn solcher Krisen regelmäßig befürchtet wird. Ich behaupte, dass solche Horrormeldungen gewollt und gesteuert sind!

Nun würde ich mir wünschen, dass auch die Menschen in der Ukraine und in Russland nicht mehr unter diesem überflüssigen und dummen Krieg leiden müssen.

Wie geht es nun weiter an den Börsen?

Selbstverständlich habe ich keine Glaskugel. Auch ich kenne die Zukunft nicht. Die Börsen und der Ukraine-Russland-Krieg – vor allem, wie lange der Krieg andauern wird – sind nicht vorhersehbar.

Meine 30jährige Erfahrung zeigt jedoch, dass Wirtschaft – also Unternehmen, Handel, Angebot und Nachfrage – immer existieren wird, solange es Menschen gibt. Solange wir Menschen essen müssen, Kleider benötigen, Geräte brauchen, Mobil sein müssen, um unseren Job zu machen oder Freizeit zu gestalten, wird es Unternehmen geben (Aktiengesellschaften), die unseren Bedarf decken wollen. Damit verdienen diese Firmen ihr Geld. Damit haben Milliarden von Menschen Jobs, mit denen sie Geld verdienen, um Ihren Lebensbedarf bezahlen zu können. Das ist der Kreislauf der Wirtschaft.

Bisher hat kein Krieg dazu geführt, dass dieser Kreislauf langfristig unterbrochen wurde. Keine Krise hat dazu geführt, dass keine Waren und Dienstleistungen mehr benötigt und hergestellt wurden. Keine Währungsreform, keine Hyperinflation und sonstige Geschehnisse haben seit Anbeginn des organisierten Handels mit Waren und Dienstleistungen diesen Kreislauf außer Kraft gesetzt.

So schrecklich Kriege und Krisen für viele Menschen immer waren und auch zukünftig sein werden. Das Rad der Wirtschaft dreht sich weiter. Die Wirtschaft ist – dank der Menschen – quasi das einzig funktionierende Perpetuum-Mobile.

Mit Ruhe und Besonnenheit neue Chancen nutzen

Wer sich meine Aussagen in diesem Artikel bewusst macht und einmal darüber nachdenkt, sollte – so hoffe ich zumindest – sich keine Sorgen um seine Ersparnisse machen. Einzige Voraussetzung ist, dass die Anlagen von hoher Qualität sind und mit einem Plan investiert wurden.

Wenn nicht, ist die Zeit gekommen, sich jetzt damit näher zu beschäftigen. Ich helfe gern dabei. Das ist mein Job. Nehmen Sie doch einfach Kontakt zu mir auf.

NEU ! Unser moderner InvestmentFondsShop.
Top-Fonds und risikojustierte Modelportfolios in nur 3 Schritten online kaufen. Kinderleichter Vermögensaufbau wie im Amazon-Shop.

Sie haben Fragen?
Wir helfen gern!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.