ESG-Fonds – Seriös nachhaltig oder Mogelpackung?

ESG-Fonds – Seriös nachhaltig oder Mogelpackung?

ESG-Fonds – auch „nachhaltige“ oder „grüne“ Fonds genannt – sind ein aktuell starker Trend. Nahezu jedes Investmenthaus und jede Bank wirbt heute aggressiv mit dem ESG-Label. Bei den Sparern kommt das scheinbar an. Im Jahr 2020 sollen über 230 Milliarden Euro allein in europäische ESG-Fonds geflossen sein.

Ist aber wirklich ESG drin, wo ESG drauf steht? Ist es ein Werbegag, um das Geld der Menschen einzusammeln, die ein echtes Interesse an klimafreundlicher Produktion von Waren haben? Ist es pures Marketing, um den Fondsanbietern und den Unternehmen einen Heiligenschein zu verpassen um so einfach frisches Geld für Ihre Anlageprodukte einsammeln zu können? Oder ist ESG ein ehrliches und zielführendes Investment?

Ich habe mir den Markt und einzelne Fonds einmal genauer angeschaut.

Was bedeutet ESG?

ESG steht für „Environmental Social Governance“, also für unternehmerische Entscheidungen in den Bereichen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance).

Woher stammt die Idee des nachhaltigen Investmentansatzes?

Seinen Ursprung fand die Investmentidee aufgrund der Entscheidungen der UN-Konferenz 1992 in Rio, die zum ersten Mal ein einheitliches Bestreben in Stein meißelte, den Umweltgedanken für die Zukunft der nachfolgenden Generationen zu fordern, zu fördern und zu verfolgen. Getan hat sich nach der Konferenz aber leider nicht viel.

Einen neuen Schub erhielten diese Absprachen durch die Klimakonferenz 2015 in Paris. Die UN-Konferenz hat ein internationales Abkommen beschlossen, dessen Ziel es ist, die durchschnittliche Erderwärmung bis 2060 deutlich zu begrenzen. Ziel ist, die Treibhausgase und die Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie Öl und Kohle, komplett einzustellenden und den CO²-Gehalt aus der Atmosphäre wieder zu reduzieren. Die Energieversorgung für Menschen und Fabriken soll bis dahin komplett auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Für den Investmentansatz bei Finanzprodukten wie Fonds, Anleihen und Darlehen, hat man weiterhin Bereiche ethischer und soziale Aspekte sowie der inneren Unternehmensführung hinzugenommen.

Typische Auswahl- Kriterien für ESG-Finanzprodukte

Auswahlkriterien

  • Erneuerbare Energien
  • Umweltverträglicher Mobilität
  • Recyclingverfahren
  • Ökologische Finanzdienstleister (grüne oder ethische Banken)
  • Mikrofinanzierer
  • Gesundheitswesen
  • Wasserversorgung
  • Biotechnologie
  • Agrartechnologie
  • Arzneimittel

KO-Kriterien

  • Devisenspekulation, Derivate
  • Atomenergie, fossile Rohstoffe, Fracking & Ölsande
  • Biozide & Pestizide, Gentechnik in Landwirtschaft, Massentierhaltung
  • Waffen/Rüstung, konfliktfördernde Geschäftsmodelle
  • Drogen, Alkohol & Tabak, Glücksspiel
  • Kinderarbeit, soziale Ausbeutung
  • Korruption

Kein einheitlicher Standard für ESG-Kriterien

Trotz inzwischen vielschichtiger Bestrebungen, gibt es noch immer keinen internationalen Standard für die Bewertung von Unternehmen und den ESG-Kriterien selbst. Wann genau ist z.B. das KO-Kriterium der sozialen Ausbeutung erfüllt und wo ist die Grenzlinie? Bei welcher Stückzahl beginnt die Massentierhaltung? Sind Unternehmen, die Batterien für Elektroautos herstellen „grün“, obwohl die Materialien dafür bisher nur unter umweltbelastenden Verfahren gewonnen werden können? Oder erfüllen nur die Abbaubetriebe der Grundmaterialien der Batterien die KO-Kriterien? Erfüllen Wasserversorger die ethischen Voraussetzungen für das ESG-Siegel, wenn sie die Wasserrechte für den eigenen Profit nutzen, die umliegenden Bauern aber unter verdorrten Äckern leiden, weil sie von diesem Wasser nichts bekommen oder es sich nicht leisten können?

Fehlende Transparenz ist das Problem

In vielen weiteren Einzelbereichen ist die korrekte Einstufung von Unternehmen nach den bisherigen ESG-Kriterien unmöglich. Es fehlen dazu einfach detaillierte Kenntnisse zu internen Unternehmensverfahren. Die Transparenz der Firmen ist hier noch immer eines der Hauptprobleme.

Auch Rating-Agenturen, die sich dem ESG-Thema verschrieben haben, sind wenig transparent. Es genügt eben nicht, ein paar Punkte oder Sterne zu vergeben und ein Ranking zu erstellen, welches Unternehmen ESG-Standards erfüllt und welche nicht. Schaut man sich unterschiedliche ESG-Ratings an, so fällt auf, dass in einem Rating ESG-Fonds enthalten sind, die in anderen Ratings den ESG-Test gar nicht bestanden haben. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Banken und auch Investmenthäuser ihre eigenen ESG-Fonds mit einem „grünen“ Siegel versehen und damit Kundengelder einwerben.  Ich selbst traue diesen Ratings und Siegeln überhaupt nicht.

Mir sind aktuell nur zwei verlässlicher Anbieter unabhängiger Bewertungen von Investmentfonds und anderen Finanzprodukten nach ESG- und anderen Kriterien bekannt.

  1. Die 2° Investing Initiative ist international aufgestellt, unabhängig und nicht kommerziell damit beschäftigt, Finanzmittel im Sinne der Pariser Klimaziele zu bewerten und Unternehmen dabei zu unterstützen. Dazu arbeiten sie mit Wirtschafts- und Finanzunternehmen zusammen und mit der Forschung, mit Universitäten und der Politik.
  1. Die ISS ESG ist international bekannt für ihre Expertise zu nachhaltigen und verantwortungsvollen Finanzanlagen hinsichtlich der Bereiche Klimawandel, Biodiversität, Menschenrechte, Arbeitsstandards, Korruption, kontroverse Waffen und vieles mehr.

Wachsende Skepsis bei Werbung mit ESG-Label und ESG-Kriterien

Aktuell wird immer häufiger Kritik in der Finanzbranche laut, wenn es um ESG-Label geht.

„Fast alle nachhaltigen Fonds sind Mogelpackungen“

Ein Statement eines deutschen Fondsmanagers öffentlich in einem Beitrag auf FAZ-net. Viele vermeintlich nachhaltige Fonds hätten nicht mal einen Anteil von 20% von Unternehmen nach ESG-Kriterien. Der Fondsmanager erwähnt zum Beispiel den Softwarehersteller Autodesk, der von einer skandinavischen Bank als „grün“ eingestuft wurde, weil mit deren Programmen Architekten nachhaltige, energiesparende Häuser zeichnen könnten. Deshalb sei Autodesk selbst aber noch lange kein umweltfreundliches Unternehmen.

Der Fondsmanager erwähnt weiterhin Adidas, die von einigen als ESG-Firma eingestuft werde, weil einige Schuhe von Adidas aus recyceltem Material hergestellt werden. Der Anteil dieser Schuhe am Gesamtkontingent des Sportartikelherstellers sei jedoch mehr als gering. In einem ESG-Fonds einer großen deutschen Fondsgesellschaft sei sogar Wirecard stark gewichtet gewesen, obwohl die Qualität der Unternehmensführung dieser Pleitefirma frühzeitig zu einem der KO-Kriterien hätte führen müssen.

Fondsprofessionell Online  berichtete im Frühjahr 2021, dass bei der deutschen Fondsgesellschaft DWS die Chefin für Nachhaltigkeit entlassen worden sei, nachdem sie sich kritisch über die ESG-Strategien innerhalb der DWS geäußert habe. Und das obwohl DWS-Chef Wöhrmann zuvor verlauten ließ: „Nichts wird uns davon abhalten, unser Ziel zu erreichen, ESG in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen.“

Am 26.08.21 berichtet das WallStreetJournal, dass die US-Börsenaufsicht SEC angeblich eine Untersuchung der DWS angekündigt hätte. Der Vorwurf: Green-Washing. Es sei also nicht so viel ESG in den DWS-Fonds, wie diese behauptet. Die Gerüchte finden weitere Nahrung, da auch Bloomberg am gleichen Tag berichtet, dass die deutsche Finanzaufsicht BAFIN eine Untersuchung der DWS eingeleitet hätte.

Probleme der ESG-Einstufungen sind offensichtlich

Was gut ist – also „grün“ oder „nachhaltig“ – und was „böse“ ist – also nicht ESG-Konform – braucht eine allgemeingültige und transparente Deklaration. Das wiederum bedarf eine lückenlose Transparenz der Unternehmen, die mit einer ESG-Klassifizierung werben möchten.

Nur dann ist ein „ESG-Siegel“ verlässlich und hat einen Wert. Bis dahin ist es jedoch noch ein langer Weg. Ich gehe davon aus, dass das mehrere Jahre brauchen wird. Allerdings gehe ich auch davon aus, dass sich viele Anleger diese Gedanken gar nicht machen werden. Ein „grünes Siegel“ auf einem Fonds wird genügen, damit ein Sparer mit einer „Grundeinstellung zum Umweltschutz & Nachhaltigkeit“ Geld in einen solchen Fonds investiert. So wird immerhin die eigene „nachhaltige“ Ausrichtung dokumentiert. Man tut – neben dem Kapitalaufbau – auch noch etwas Gutes für die Umwelt und die Menschen. Der Gedanke ist ehrenhaft und gut. Meiner Meinung nach jedoch aktuell nicht zielführend.

Dass es sich eventuell um Mogelpackungen handeln könnte, interessiert die meisten Anleger bisher leider nicht. Wie sollten sie auch darauf kommen? Zu intransparent sind das ESG-Thema und der Kapitalmarkt dafür. Ich behaupte, die Fondsanbieter und Banken die mit ESG-Produkten werben, wissen das ganz genau.

Erste Schritte zu einheitlichen ESG-Standards

Diskussionen in der Finanzbranche, bei den Verbraucherzentralen und auch die ersten Prüfungsabsichten von Aufsichtsbehörden in USA und Deutschland zeigen immerhin Signale, dass das Problem von Mogelpackungen bei ESG-Anlagen erkannt wurde. Aktuell arbeitet z.B. die BAFIN an Entwürfen für ESG-Standards. Was die Arbeit der BAFIN taugen wird, muss man abwarten. In der Vergangenheit gab es von Seiten der BAFIN leider kaum durchdachte, praktikable und sinnhafte Regulierungsversuche. Alles was von der BAFIN kam, war für die Betroffenen nur teuer, ein bürokratisches Monster und für die Verbraucher – die es eigentlich zu schützen gilt – komplett wertlos.

Aber auch international tut sich was. Die internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO), die sich u.a. aus den Aufsichtsbehörden aus Europa, Asien und den USA zusammen setzt, arbeitet aktuell daran, Anleger besser vor Mogelpackungen zu ESG-Produkten zu schützen.

Gut finde ich immerhin die öffentliche Diskussion zum Thema. Das wird irgendwann – so hoffe ich – auch beim normalen Verbraucher – also Käufer dieser ESG-Fonds – ankommen. Dieser Artikel soll wenigstens ein kleiner Beitrag zur notwendigen Aufklärung sein.

Wichtig finde ich, dass rechtzeitig reagiert wird, bevor Anleger wieder einen Schaden haben, weil oberflächlich mit Produkten geworben wird, die nichts taugen und – im schlimmsten Fall – den Anleger Geld kosten, statt die erwartete Rendite zu bringen.

Apropos Rendite …

Was taugen ESG-Fonds hinsichtlich Rendite und Glaubwürdigkeit?

Die meisten Anleger sparen in Investmentfonds, weil Sie eine hohe Rendite bei gleichzeitiger breiter Streuung der Anlagerisiken wünschen. Wie wirkt sich nun eine vermeintlich eingeschränkte Auswahl an Unternehmen für den ESG-Fonds auf die Renditen der Fonds aus?

Klar sollte sein, dass „grüne“ Firmen nicht automatisch weniger Gewinne machen, als „schmutzige“ Firmen. Das gilt aber auch umgekehrt. Noch immer hat die überwiegende Anzahl von Unternehmen als oberste Priorität die Absicht, möglichst hohe Profite zu erzielen. Je mehr die nachhaltige Unternehmensphilosophie bei den Kunden ankommt, desto höher wird der Umsatz und damit auch der Gewinn werden. In der Folge könnten dann Unternehmen, die noch keinen ESG-Stempel tragen dürfen, Kunden und Umsatz verlieren und in der Folge Gewinnmargen einbüßen.

Das ist jedoch noch Zukunftsmusik und heute nur schwerlich messbar.

Aktuell kommen fast monatlich mehrere vermeintliche „ESG-Fonds“ neu auf den Markt um Kundengelder anzulocken. Ich habe mich bei der Analyse auf Fonds beschränkt, die es schon länger als 10 Jahre gibt. Es macht wenig Sinn Fonds zu vergleichen, die erst kurze Zeit auf dem Markt sind.

Gleiches gilt übrigens für ETFs. Auch hier ist kaum vorstellbar, dass sich die ETF-Betreiber echte Mühe machen, jedes Unternehmen im Index auf sinnhafte ESG-Kriterien zu prüfen. Offensichtlich ist ja, dass viele Unternehmen, die in naher Vergangenheit in einen Umweltskandal verwickelt waren, teilweise bis heute noch in den ETFs enthalten sind.

Meine grundlegende Skepsis zu ETFs für Kleinleger ist bereits bekannt. Das ETFs angeblich besser als aktiv gemanagte Fonds sind habe ich widerlegt.

Ich denke da z.B. an die Ölförderplattform Deepwater Horizon, nach dessen Explosion 2010 BP die bisher höchste Strafe aller Zeiten für eine Umweltkatastrophe in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar zahlen musste. Oder den deutsche Autobauer VW oder den Chemieriesen Monsanto und damit auch der Bayer-Konzern, der Monsanto erst 2018 übernahm.

Neben einem aussagekräftigen Track-Record habe ich bewusst nur Fonds und ETFs ausgewertet, welche die Bezeichnung „ESG“ oder Synonyme im Fondsnamen tragen. Auffällig ist dabei, dass Klassiker, die es schon lange gibt, erst vor ein paar Jahren Ihren Fondsnamen geändert haben und ein „ESG“ oder ein Synonym eingefügt wurde.

Die im Folgenden genannten ESG-Bewertungen (ESG Performance Score & Paris Score) wurden dabei der Datenbank der schon oben erwähnten 2° Investing Initiative entnommen, die meiner Meinung nach, in Zusammenarbeit mit der ISS ESG, eine transparente und gut nachvollziehbare Datenanalyse der Fonds betreiben.

Beispiele nachhaltige Aktienfonds und ETFs im Überblick

Aktienfonds

DWS ESG Investa LD (2017 „ESG“ im Namen eingefügt)

  • Fondsauflegung: 17.12.1956 (Kursdaten berücksichtigt seit 11.03.1987)
  • Fondsvolumen: 4,0 Milliarden (Stand 06-21)
  • Performance p.a.: 7,9% p.a. seit 11.03.1987
  • Vola: 25,1% (3 Jahre)
  • ISS ESG Score: 56 / 100
  • Paris Score: nicht bewertet
    • Waffen/Rüstung (hoher Anteil)
    • Gentechnische Veränderungen an Agrarstoffen und Lebensmittel
    • Palmöl
    • Verletzung des Tierwohls
    • Verletzung Umweltschutz
    • Verletzung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechte, Korruption (hoher Anteil)
    • Produktion von Suchtmitteln (Alkohol, Tabak)
    • Fossile Brennstoffe (hoher Anteil)

Templeton Global Climate Change A (2018 „Climate Change“ eingefügt)

  • Fondsauflegung: 26.04.1991
  • Fondsvolumen: 905 Mill. (Stand 06-21)
  • Performance p.a.: 6,5% seit Auflegung
  • Vola: 18,6% (3 Jahre)
  • ISS ESG Score: nicht bewertet
  • Paris Score: nicht bewertet
    • Waffen/Rüstung (hoher Anteil)
    • Gentechnische Veränderungen an Agrarstoffen und Lebensmittel (hoher Anteil)
    • Palmöl
    • Kernenergie
    • Pestizide
    • Verletzung Umweltschutz
    • Verletzung des Tierwohls
    • Verletzung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechte, Korruption (hoher Anteil)
    • Produktion von Suchtmitteln (Alkohol, Tabak)
    • Fossile Brennstoffe (hoher Anteil)

Ökoworld Vision Klima C

  • Fondsauflegung: 30.07.2007
  • Fondsvolumen: 669 Mill. (Stand 07-21)
  • Performance p.a.: 6,7% p.a. seit Auflegung
  • Vola: 17,4% (3 Jahre)
  • ISS ESG Score: nicht bewertet
  • Paris Score: A (A-F)
    • Waffen/Rüstung
    • Gentechnische Veränderungen an Agrarstoffen und Lebensmittel (geringer Anteil)
    • Verletzung des Tierwohls (geringer Anteil)
    • Verletzung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechte, Korruption
    • Produktion von Suchtmitteln (Alkohol, Tabak) (geringer Anteil)
    • Fossile Brennstoffe (geringer Anteil)

Erste WWF Stock Environment

  • Fondsauflegung: 02.07.2001
  • Fondsvolumen: 891 Mill. (Stand 07-21)
  • Performance p.a.: 6,1% p.a. seit Auflegung
  • Vola: 25,5% (3 Jahre)
  • ISS ESG Score: nicht bewertet
  • Paris Score: nicht bewertet
    • Waffen/Rüstung
    • Palmöl (geringer Anteil)
    • Gentechnische Veränderungen an Agrarstoffen und Lebensmittel (geringer Anteil)
    • Verletzung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechte, Korruption
    • Fossile Brennstoffe

BNP Paribas Climate Impact Classic

  • Fondsauflegung: 12.11.2009
  • Fondsvolumen: 3,27 Milliarden (Stand 07-21)
  • Performance p.a.: 10,8% p.a. seit Auflegung
  • Vola: 17,7% (3 Jahre)
  • ISS ESG Score: 45/100
  • Paris Score: nicht bewertet
    • Waffen/Rüstung (sehr hoher Anteil)
    • Palmöl (hoher Anteil)
    • Gentechnische Veränderungen an Agrarstoffen und Lebensmittel (hoher Anteil)
    • Verletzung Tierwohl
    • Verletzung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechte, Korruption (hoher Anteil)
    • Fossile Brennstoffe

ETFs

UBS – MSCI World Socially Responsible UCITS ETF A-dis

  • Fondsauflegung: 22.08.11
  • Fondsvolumen: 4,37 Milliarden (Stand 08-21)
  • Performance p.a.: 15,2% p.a. seit Auflegung
  • Vola: 15,9% (3 Jahre)
  • ISS ESG Score: nicht bewertet
  • Paris Score: nicht bewertet
    • Waffen/Rüstung (hoher Anteil)
    • Gentechnische Veränderungen an Agrarstoffen und Lebensmittel (hoher Anteil)
    • Palmöl (hoher Anteil)
    • Verletzung des Tierwohls
    • Verletzung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechte, Korruption (sehr hoher Anteil)
    • Produktion von Suchtmitteln (Alkohol, Tabak)
    • Fossile Brennstoffe (geringer Anteil)

iShares Dow Jones Global Sustainability Screened UCITS

  • Fondsauflegung: 25.02.11
  • Fondsvolumen: 570 Mio. (Stand 07-21)
  • Performance p.a.: 10,3%
  • Vola: 16,1% (3 Jahre)
  • ISS ESG Score: nicht bewertet
  • Paris Score: F (A-F)
    • Waffen/Rüstung (hoher Anteil)
    • Gentechnische Veränderungen an Agrarstoffen und Lebensmittel (hoher Anteil)
    • Palmöl
    • Kernenergie
    • Pestizide
    • Verletzung Umweltschutz
    • Verletzung des Tierwohls
    • Verletzung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechte, Korruption (sehr hoher Anteil)
    • Produktion von Suchtmitteln (Alkohol, Tabak) (hoher Anteil)
    • Fossile Brennstoffe (hoher Anteil)

Lyxor New Energy (DR) UCITS ETF

  • Fondsauflegung: 10.10.2007
  • Fondsvolumen: 1,18 Milliarden (Stand 07-21)
  • Performance p.a.: 1,8% p.a. seit Auflegung
  • Vola: 18,1% (3 Jahre)
  • ISS ESG Score: nicht bewertet
  • Paris Score: A (A-F)
    • Waffen/Rüstung (sehr hoher Anteil)
    • Gentechnische Veränderungen an Agrarstoffen und Lebensmittel (geringer Anteil)
    • Verletzung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechte, Korruption (sehr hoher Anteil)
    • Fossile Brennstoffe (sehr hoher Anteil)

iShares Global Clean Energy UCITS ETF

  • Fondsauflegung: 06.07.2007
  • Fondsvolumen: 570 Mio. (Stand 07-21)
  • Performance p.a.: -2,1% p.a. seit Auflegung
  • Vola: 29% (3 Jahre)
  • ISS ESG Score: nicht bewertet
  • Paris Score: F (A-F)
    • Waffen/Rüstung (hoher Anteil)
    • Gentechnische Veränderungen an Agrarstoffen und Lebensmittel (hoher Anteil)
    • Palmöl
    • Kernenergie
    • Pestizide
    • Verletzung Umweltschutz
    • Verletzung des Tierwohls
    • Verletzung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechte, Korruption (sehr hoher Anteil)
    • Produktion von Suchtmitteln (Alkohol, Tabak) (hoher Anteil)
    • Fossile Brennstoffe (hoher Anteil)

Erläuterung ESG Performance Score: Der ISS ESG Performance Score stellt eine Gesamtbewertung des Fonds dar und reicht von 0 bis 100, wobei 100 für „sehr gut“ steht. Dazu werden die Einzelbewertungen von Unternehmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung zusammengeführt. (Datenquelle: 2° Investing Initiative)

Erläuterung Paris Score: Der Paris Score beschreibt, wie gut ein Fonds mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens und Klimaszenarien übereinstimmt. A steht für „sehr gut“, F steht für „ungenügend“. Es werden nur energieintensive Unternehmen aus acht Sektoren bewertet, welche in Summe für rund 75% des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind. Z.B. Firmen der Stromerzeugung, Kohle, Öl & Gas, Zement, Automobilindustrie, Fluglinien und Schifffahrt. (Datenquelle: 2° Investing Initiative)

Anteile der im Fonds gehaltenen Unternehmen negativen bez. Intransparenten ESG-Kriterien: hoher Anteil > 5%/sehr hoher Anteil > 10%/geringer Anteil < 1% (eigene Bewertung)

Welche Wertentwicklung zeigen ESG-Fonds und ESG-ETFs?

Der folgende Chart zeigt die Entwicklung der analysierten Fonds und ETFs seit Auflegung. Hier wird auch eine der Fallen ersichtlich, in die unerfahrene Anleger häufig tappen. Der DWS ESG Investa LD scheint in diesem Verglich alle anderen abzuhängen. Immerhin zeigt der Fonds eine Wertentwicklung von über 1.400% seit seiner hier beginnenden Kursaufzeichnung ab März 1987, also rund 34,5 Jahren.

Auch der Templeton Global Climate Change steht mit einer Wertentwicklung von rund 700% seit Auflegung vor fast 30 Jahren vermeintlich auf Platz 2.

Das liegt jedoch an den unterschiedlichen Kurszeiträumen der betrachteten Fonds. Hier wirkt sich eindrucksvoll der Zinseszins aus, der umso stärker wirkt, je langer die Kurszeiträume betrachtet werden.

ESG-Fonds
Chart-Vergleich ESG-Fonds und ESG-ETFs seit Auflegung (Investa seit 03.1987)

Je näher der Startzeitpunkt der Kurszeiträume beieinander liegt, um so Wahrhaftiger zeigt sich die Gesamtentwicklung der verglichenen Anlagen. Das wird deutlicher, wenn wir uns die gleichen Fonds für den Zeitraum der letzten 10 Jahre bis heute anschauen; also mit gleichen Start- und Endzeitpunkt der Kursentwicklung.

ESG-Fonds Mogelpackung
Chart-Vergleich ESG-Fonds und ESG-ETFs 08.2011 bis 08.2021

Zweierlei wird deutlich. Zuerst einmal sehen wir gegenüber dem Chartvergleich über die Zeiträume seit Auflegung der Fonds, dass in den letzten 10 Jahren die jährlichen Renditen stark zugelegt haben. Nur der ETF von UBS bleibt nahezu unverändert, was natürlich daran liegt, dass es diesen ETF erst 10 Jahre gibt. Zum Zweiten wird deutlich, dass die ESG-Anlagen auch von dem Hype um das Bestreben einer „nachhaltigen“ und „grünen“ Industrie profitieren konnten.

ESG-Fonds Mogelpackung
Chart-Vergleich ESG-Fonds und ESG-ETFs 08.2016 bis 08.2021

Im Vergleich der Entwicklungen der letzten 5 Jahre wird der ESG-Trend noch einmal deutlicher. Der Langstreckensieger DWS ESG Investa LD blieb im kurzfristigen Vergleich deutlich zurück und landet nunmehr auf dem letzten Platz. Umgekehrt hat sich das Bild bei den ETFs. Die ursprünglich schwachen ETFs liegen nun auf den vordersten Plätzen. Auffällig ist auch das Abschneiden des vorherigen ETF-Siegers UBS MSCI World Socially Responsible UCITS ETF. Im 5-Jahres-Vergleich fiel er deutlich zurück.

Zusammenfassung Analyse ESG-Fonds

Legen wir nachvollziehbare ESG-Bewertungen und die Renditen der ESG-Fonds und ESG-ETFs zugrunde, bleiben von den 9 hier analysierten Anlagen nur drei übrig, die ich zur Anlage empfehlen kann. Wer mit seiner Anlage die Hoffnung verbindet, etwas für die Umwelt zu tun und ethisch, moralische Unternehmensführung zu unterstützen, der findet in der Übersicht meine Favoriten.

Alle anderen Produkte sind für mich reine Mogelpackungen und haben mit „grünen Investments“ so viel zu tun, wie Massentierhaltung mit Tierwohl.

ESG-Fonds Mogelpackung
Zusammenfassung ESG-Fonds und ESG-ETFs

Fazit –ESG-Fonds – Trau, schau, wem

Für mich ist klar: ESG wird als Hype im Kapitalmarkt zur Werbung benutzt. Dem Kapitalmarkt ist nichts heilig, wenn es darum geht, Geld für eigene Produkte einzuwerben. Immerhin lebt vom Geld der Anleger nicht nur der Anleger, sondern eine Heerschar von Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Mitarbeitern und Beratern. Etikettenschwindel und Mogelpackungen hat es auch schon vor dem ESG-Thema gegeben. Und es werden neue Themen kommen. Ich verstehe meinen Job auch dahingehend, diese Mogelpackungen und Fallstricke im Sinne meiner Kunden zu erkennen und zu benennen. Ich hoffe, dass ist mir mit dieser Recherche auch heute wieder gelungen.

Unbezahlte Werbung wegen Produktnennung: Alle Angaben und Berechnungen habe ich nach sorgfältiger Recherche erstellt. Sofern Daten von Dritten übernommen wurden ist meine Gewährleistung ausgeschlossen. Meine Einschätzungen und Empfehlungen geben meine private Meinung wieder und sind nicht als Kaufaufforderung oder Beratungsleistung zu verstehen. Bei einem Kauf der hier beschriebenen oder empfohlenen Produkte soll sich der Anleger unbedingt selbst informieren und beraten lassen, ob das Produkt zu seinen Anlagezielen und seiner Risikoneigung passt. Eine Haftung kann ich nicht übernehmen.

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