soft-close – Morgan Stanley Global Opportunity Fund

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soft-close – Morgan Stanley Global Opportunity Fund

Der Morgan Stanley Global Opportunity Fund gehört für mich zu den TOP-Fonds in der Kategorie „Aktienfonds Welt all cap“. Eine detaillierte Begründung finden interessierte Leser in meinen „Fonds News – Morgan Stanley Global Opportunity AH Eur“  aus dem November 2020. Seit dem 31.12.20 gibt es einen soft-close.

Ende August 2020 entschloss sich Morgen Stanley den Fonds per soft-close zu schließen, damit Neuanleger den Fonds nicht mehr kaufen können. Warum diese Fondsschließung gar keine ist, zeigt dieser Artikel.

Warum schließen Fondsgesellschaften Investmentfonds

Welche Arten von Fondsschließungen es gibt und wie diese für Anleger wirken, habe ich in dem Artikel Fondsschließung – wenn offene Fonds geschlossen werden ausführlich beschrieben.

Mit der Schließung von Fonds soll – so die Idee – systematisch der Neuzugang von frischem Kapital in den Fonds verhindert werden. Das kann durchaus Sinn machen. Nämlich dann, wenn die Anlagerichtlinie, die sich der Fonds selbst gegeben hat, beispielsweise vorsieht, dass nicht mehr als 25% des Gesamtvolumens in Bar gehalten werden dürfen. Strömt nun zu viel frisches Kapital in den Fonds, kann dieses Geld eventuell gar nicht in neue Aktien investiert werden. Zum einen könnten die bestehenden Aktienquoten bereits ausgeschöpft sein und zum anderen gibt es vielleicht gar nicht genügend Aktienauswahl, weil z.B. der Fonds nur in ein enges Segment von small-caps – also kleinen Unternehmen – investiert.

Soweit die Theorie. Von der Schließung des MS Global Opportunity dürften die wenigsten Anleger überhaupt etwas bemerkt haben. Auch Neuanlegern dürfte die Schließung überhaupt nicht bewusst geworden sein. Die Ausnahmeregelungen bei einem soft-close sind meist bei allen Fonds in Deutschland gleich. So können Anleger, die den Fonds bereits im Depot haben, weiterhin ohne Beschränkungen den Fonds jederzeit hinzukaufen.

Der soft-close gilt also nur für Neukunden?

Nein, nicht mal für Neukunden. Jedenfalls nicht, wenn das Depot bei einer Bank gehalten wird und dort bisher dieser Fonds zu kaufen war. Ebenfalls nicht – und dass sollte der häufigste Fall sein, wenn der Anleger ein Fondsdepot bei einer der großen Fondsplattformen wie Fondsdepotbank, ebase oder anderen besitzt. Hier gibt es nämlich Vereinbarungen zwischen der Fondsgesellschaft und den Fondsplattformen, dass die Plattformen als „Bestandskunden“ gelten. Somit hat jeder Depotinhaber dieser Fondsplattformen die Möglichkeit auch nach einem soft-close den Fonds neu ins Depot zu legen.

Ist ein soft-close nur ein Werbegag?

Schon im o.g. Artikel zur Erklärung von Fondsschließungen im allgemeinen und zum soft-close des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im Jahr 2016 im speziellen, habe ich die Fondsschließung als Marketing-Gag beurteilt. Und auch der soft-close des Morgan Stanley Global Opportunity passt für mich in diese Einschätzung. Warum, will ich gern erläutern.

Als Begründungen der Fondsschließung gibt Morgan Stanley unter anderem an:

„Nach sorgfältiger Abwägung ist Morgan Stanley Investment Management der Ansicht, dass es vernünftig ist, den Fonds für neue Anleger zu schließen, damit das Anlageteam weiterhin in der Lage ist, den Fonds effektiv für bestehende Anteilseigner zu verwalten. Durch die Schließung des Fonds für neue Anleger wird sichergestellt, dass das Anlageteam für bestehende Anteilseigner weiterhin eine wettbewerbsfähige Performance erzielen kann. Gleichzeitig wird das Anlageteam in die Lage versetzt, seinem Anlageprozess angesichts der begrenzten Kapazitäten des konzentrierten Portfolios treu zu bleiben.“

Der Fonds ist aktuell 20,4 Milliarden US-Dollar schwer (Stand 31.01.21). Die oben genannten Ausnahmevoraussetzungen – z.B. für Bestandskunden und für Depotbesitzer deutscher Fondsplattformen – lassen weiterhin unbegrenzte Kapitalströme in den Fonds zu. Zusätzlich handelt es sich bei dem Fonds um einen weltweit anlegenden Fonds, der in alle Firmengrößen investieren kann. Die Auswahl geeigneter Aktien für den Fonds ist also gigantisch.  Ein paar mehr oder weniger Milliarden Euro für den Fonds, bringen diesen also kaum in irgendeinen Anlagenotstand.

Warum Fondsgesellschaften trotzdem zu einem soft-close greifen, ist für mich unverständlich. Der Gedanke an einen Marketing-Gag, um den Fonds noch bekannter zu machen, liegt also gar nicht so weit weg.

Wenn ein Fondsmanager tatsächlich frisches Kapital in einem Fonds nicht mehr gemäß den Anlagerichtlinien investieren könnte oder dadurch die Feinjustierung innerhalb des Fonds gefährdet wäre, müsste das Fondsmanagement einen sogenannten hard-close ohne Ausnahmetatbestände verordnen. Dann könnte man der Fondsschließung einen nachvollziehbaren Sinn geben.

Für mich ist nur wichtig, dass ich den Morgan Stanley Global Opportunity weiterhin in die Depots meiner Kunden empfehlen kann und keiner meiner Kunden auf diesen TOP-Fonds verzichten muss.

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