Welche Produkte für die Altersvorsorge sind besonders geeignet?

Produkte für die Altersvorsroge

Welche Produkte für die Altersvorsorge sind besonders geeignet?

Das Thema Altersvorsorge ist in Deutschland ein Dauerthema. Jede neue Studie bestätigt, dass die Rentenlücke im Alter immer größer wird. Immer wieder wird auch mir die Frage gestellt, welche Produkte für die Altersvorsorge denn besonders geeignet sind.

Das Thema Altersvorsorge wird von vielen Menschen gern verdrängt. Nicht, weil sie das Problem nicht haben. Nein, ganz im Gegenteil. Die meisten verdrängen es, weil sie sich nicht mit dem schwierigen Thema befassen wollen. Unkenntnisse und komplizierte Verträge, sowie vielfach irreführende Berichte in Presse und TV sind die hauptsächlichen Ursachen, für die „Kopf-in-den-Sand-Taktik“.

Dabei kann man nahezu jedem Menschen mit einfachen und verständlichen Worten erklären, wie und womit sie ihre Rentenlücke tatsächlich schließen können. Es gibt viel mehr Menschen als regelmäßig behauptet, die durchaus in der Lage sind, € 100 oder € 200 pro Monat oder gar mehr für die Aufbesserung ihrer Rente aufzubringen. Und gerade die Menschen mit geringem Einkommen, haben es bitter nötig. Nicht jeder dieser Menschen möchte sich auf die staatliche Unterstützung verlassen, um im Rentenalter über die Runden zu kommen.

Um das Thema Altersvorsorge überhaupt sinnvoll anzugehen gilt es, bestimmte Fragen in diesem Zusammenhang beantworten zu können, z.B.:

– Welche Schritte sind zu machen, um das Rentenproblem für sich zu lösen?
– Was muss beachtet werden?
– Welche Produkte für die Altersvorsorge sind sinnvoll?
– Was bringen mir persönlich diese Vorsorgeprodukte?
– Welche Vorteile und welche Nachteile haben die unterschiedlichen Produkte für meine persönliche Altersvorsorge?

Einen bewährten Ablauf aus meiner alltäglichen Beratung zur Altersvorsorge, um die entsprechenden Fragen beantworten zu können, möchte ich hier in vereinfachter Form einmal beschreiben. Stellen Sie sich vor, Sie wären der folgende Beispielkunde:

Beispiel-Kunde:
37 Jahre alt; Single; keine Kinder; Angestellter; gesetzlich krankenversichert; keine Kirchensteuer. Seit dem 20. Lebensjahr berufstätig. Bruttogehalt € 4.100; Nettogehalt € 2.171.

Schritt 1 – Welches Rentenziel habe ich überhaupt?

Um herauszufinden, wie ich am besten ans Ziel meiner Reise gelange, sollte das Ziel klar definiert sein. Es gilt also festzulegen, wie viel Renteneinkommen ich mit Rentenbeginn jeden Monat netto für meinen Lebensunterhalt benötige bzw. haben möchte.

Tipp:
Wenn Sie ihr aktuelles Nettoeinkommen betrachten, mit dem Sie jetzt ihr tägliches Leben finanzieren, haben Sie einen guten Anhaltspunkt, was sie im Alter benötigen werden.
Ziehen Sie nun die laufenden Kosten ab, die sie im Alter auf keinen Fall mehr haben werden.
Das könnte zum Beispiel die Rate für die Hausfinanzierung sein. Oder die Unterhaltskosten der Kinder, die dann aus dem Haus sein werden. Dann haben Sie einen verlässlichen Wert, der als Rentenziel angesetzt werden kann.

> Rentenziel Beispiel-Kunde

Heute haben Sie ein monatliches Nettoeinkommen von € 2.171. Sie haben ein Darlehen für Ihre Eigentumswohnung. Mit 67 Jahren gehen Sie in Rente. Die Wohnung ist dann bezahlt und Sie wohnen ohne Mietkosten. Mit Rentenbeginn (67 J.) wünschen Sie sich insgesamt ein monatliches Nettoeinkommen von € 1.500 nach heutiger Kaufkraft.

Schritt 2 – Wie hoch sind meine vorhandenen Rentenanwartschaften?

Unter Anwartschaften sind die Rentenbezüge zu verstehen, die Ihnen aus diversen Quellen zustehen. Hier sind z.B. die gesetzlichen Renten oder die Ruhestandsbezüge als Beamter zu sehen. Aber auch eine Firmenrente gehört ebenso dazu, wie bereits vorhandene private Altersrentenverträge.

Um eine realistische Rentenhöhe zu erhalten müssen alle Anwartschaften um Steuer- und Krankenversicherungsabzüge bereinigt werden und um die Inflation, die gern häufig vergessen wird. Für € 1.000 kann ich mir heute sicher mehr kaufen, als in 40 Jahren.

a) gesetzliche Altersrente mit 67 Jahren:
Aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden mit 67. Jahren ca. € 2.123 Brutto-Rente fällig. Eingerechnet wurde eine jährliche Rentensteigerung von 0,5% p.a. Davon müssen noch Krankenversicherungsbeiträge (wir nehmen die gesetzliche Krankenversicherung der Rentner an) und Einkommensteuer abgezogen werden.

Netto bleiben ca. € 1.733 übrig. Berücksichtigen wir bis dahin eine Inflationsrate von 2% p.a. verfügt unser Beispielkunde in 30 Jahren über eine Kaufkraft nach heutigem Maßstab in Höhe von € 902.

Tipp:
Mit nur 3 Angaben errechnen Sie mit unserem „Rentenschnellrechner“ Ihre gesetzliche Altersrente ziemlich genau. Ganz einfach und schnell!

b) betriebliche Altersrente mit 67 Jahren:
Aus einer Firmenrente werden € 200 monatlich netto. Hier unterstellen wir der Einfachheit halber, dass bereits Krankenversicherung und Steuern abgeführt wurden. Nach Inflation steht mit 67 Jahren daraus eine Kaufkraft nach heutigem Maßstab in Höhe von rund € 105 zur Verfügung.

c) Gesamtversorgung mit 67 Jahren:
In Summe existiert zu Rentenbeginn mit 67 Jahren eine monatliche Nettoversorgung von € 1.007 nach heutiger Kaufkraft.

Schritt 3 – Welche Rentenlücke muss ich schließen?

Dieser Schritt ist schnell erledigt und wohl auch der einfachste.

Rentenziel minus Rentenanwartschaft = Rentenlücke
€ 1.500   minus   € 1.007   =   € 493

Es gilt also, in den nächsten 30 Jahren bis zum Rentenbeginn diese Lücke von ca. € 500 zu schließen.

Schritt 4 – Welche Produkte für die Altersvorsorge sind für mich geeignet?

Wichtig ist zu verstehen, dass es „das beste Produkt“ für die Altersvorsorge nicht gibt. Was für die eine Person optimal ist, kann für eine andere Person kompletter Unsinn sein. Es gilt immer, die persönliche Situation und das individuelle Umfeld genau zu betrachten.

Produkte für die Altersvorsorge lassen sich grundsätzlich in 3 Kategorien unterteilen:

a) Rentenversicherungen
Hierbei handelt es sich um Versicherungsverträge, die in der Regel eine lebenslange Rente zum Ablauf der Verträge gewährleisten. Es gibt dabei zwei Hauptvarianten und ein paar relativ unbedeutende Varianten:

a1) Die klassische Rentenversicherung
Eine Vertragsvariante, die aufgrund der geringen Beitragsverzinsung heute keinen Sinn mehr macht.

Klassische Rentenverträge bieten heute im Durchschnitt nur noch eine Verzinsung von ca. 2,4% p.a. auf das jeweilige Vertragsguthaben. Wohlgemerkt, auf das, was im Verzinsungsjahr an Guthaben im Vertrag enthalten ist; nicht auf die Summe der gezahlten Beiträge. Die Rendite auf den gezahlten Beitrag geht so stark in Richtung Null.

Verzinsung deutscher Lebensversicherungen

Tipp:
Lesen Sie, warum klassische Altersvorsorgeverträge keinen Sinn mehr machen.

a2) Die fondsgebundene Rentenversicherung
Die Variante, die aufgrund der Trennung von Versicherungsvertrag (Zusicherung einer lebenslangen Rente) und Kapitalanlage (in selbst zu bestimmende Investmentfonds) eine deutlich bessere Renditechance mit sich bringt.

Fondsgebundene Rentenverträge profitieren von den Renditechancen des Kapitalmarktes. Je aktienlastiger die gewählten Fonds der Policen sind, desto höher die zu erwartende Rendite der Policen. Nach Berücksichtigung von Policen- und Fondskosten sind hier realistische Nettorenditen von 5% bis 6% möglich. Wir haben sehr viele Fondsrenten in der Betreuung, die aktuell in diesem Bereich liegen.

b) Kapital- bzw. Geldanlagen
Hier steht zu Rentenbeginn eine frei verfügbare Kapitalsumme zur Verfügung. Wie dieses Kapital ab Rentenbeginn verwendet wird, ist dann frei zu entscheiden.

So kann z.B. ein Investmentdepot zur Altersvorsorge lukrative Renditen in Höhe von 6% oder mehr nach Kosten aufweisen. Dafür muss das Depot nicht einmal überdurchschnittliche Risiken in Kauf nehmen. Je länger die Lauf- bzw. Planungszeit dieser Fondsdepots angesetzt werden kann, desto verlässlicher sind die Berechnungen. Auch in diesem Bereich haben wir seit über 29 Jahren Kundendepots in der Betreuung, Renditen von 5-8% p.a. nach Kosten zeigen; je nach Risikotoleranz und trotz aller Börsenturbolenzen.

c) Immobilien
Auch hier gibt es im Grunde zwei Varianten.

c1) Das selbst genutzte Eigenheim (Haus oder Eigentumswohnung):
Statt Renteneinkommen für Mietzahlungen ausgeben zu müssen, ist die eingesparte Miete bei einem schuldenfreien Eigenheim, wie eine Rente zu bewerten.

Eine Rendite bzw. Verzinsung zu berechnen ist hier schwierig. Immerhin ist in der Immobilie viel Geld quasi zinslos gebunden. Als Quasiverzinsung kann die durchschnittliche Wertsteigerung der Immobilien herangezogen werden. Auch die (entfallene) Mietsteigerung, die für eine Mietwohnung anzusetzen wäre, könnte in die Renditeberechnung einfließen.

Bis auf wenige Ausnahmen (geografische Lagen) und im langfristigen Durchschnitt würde ich für Eigenheime nur mit einer Rendite von ca. 2% p.a. nach Kosten rechnen. Sie gleicht also zumindest die Inflation aus.

c2) Die vermietete Immobilie:
Die eingehende Nettomiete (abzüglich Rücklagen) ist ein zusätzliches Renteneinkommen; auch hier setzten wir Schuldenfreiheit mit Rentenbeginn voraus.

Hier sind deutlich höhere Renditen als beim Eigenheim zu verzeichnen. In Abhängigkeit vom eingesetzten Eigenkapital, den Mietpreissteigerungen, der steuerlichen Förderung und den Kaufpreissteigerungen lassen sich hier Renditen von ca. 3 bis 4% p.a. erzielen. Unter Optimalbedingungen gibt es auch schon mal Objekte mit einer Nettorendite von 6%. Durch die langfristig hohe Schuldenlast muss dafür aber ein hohes finanzielles Risiko akzeptiert werden.

Nun ist es leider nicht so, dass wir jetzt nur noch eines der Produktkategorien wählen müssen. Die Entscheidung, mit welchen Varianten aus welcher der Kategorien die persönliche Altersvorsorge aufzubauen ist, hängt von den persönlichen Gegebenheiten ab.

Folgende Gegebenheiten spielen dabei eine entscheidende Rolle:

– Berufsstatus (Selbständiger, freier Beruf, Angestellter oder Beamter)
– Einkommenshöhe
– Steuerliche Situation
– Risikotoleranz
– Familienstand & Kinder
– Zahlenmaterial aus den Schritten 1 bis 3

Schritt 5 – Berechnung der notwendigen monatlichen Investition

Bevor wir uns der Frage widmen, was das aktuelle Nettoeinkommen übrig lässt, um unser Rentenziel zu erreichen, sollten wir berechnen, wie viel eigentlich notwendig wäre, um die Rentenlücke komplett zu schließen. Nur so erkennen wir, ob wir die Lücke schon sofort schließen können oder ob dafür mehrere Schritte – möglicherweise auch in zeitlichen Abständen – notwendig werden.

Da alle o.g. Kategorien der in Frage kommenden Produkte für die Altersvorsorge unterschiedliche Renditekorridore mit sich bringen, ist es nahezu unmöglich, alle Kategorien auf einmal zu nutzen. Immerhin ist unser verfügbares Budget (was vom Nettoeinkommen für die Altersvorsorge zur Verfügung steht) in der Regel begrenzt.

Es macht also Sinn, zuerst einmal eine „best-case-Berechnung“ anzufertigen. Dabei wird berechnet, wieviel monatliche Sparrate aufzubringen wäre, um die komplette Rentenlücke zu schließen.

Es solle klar sein, dass der monatliche Sparbetrag um so kleiner sein darf, je höher die Verzinsung unserer Sparrate ausfällt. Für diesen ersten Überblick sollte die Berechnung also mit einer Produktvariante gemacht werden, die eine möglichst hohe Verzinsungschance und die größtmögliche Flexibilität bietet.

Ich habe mich dafür für ein Investmentfonds-Depot entschieden.

Vorgaben & Grundlagen zur Berechnung

a) Ziel:
€ 500 mtl. Entnahme ab dem 67. Lebensjahre.

Der Entnahmebetrag muss der heutigen Kaufkraft entsprechen. Daher ist eine Inflationsrate von 2% p.a. zu berücksichtigen.

Das bis dahin gebildete Kapital muss so groß sein, dass die Entnahme für mind. 30 Jahre gewährleistet ist.

b) Rendite bis Entnahme:
Bei einer Laufzeit von 30 Jahre bis zum Rentenbeginn mit 67 Jahren, darf das Fonds-Depot ein höheres Risiko (Schwankungsbreite = Volatilität) haben.

Wir rechnen mit einer Rendite von 6% p.a. (nach Kosten; vor Steuern).

c) Rendite ab Entnahme:
Da das Kapital ab Entnahme keiner großen Wertschwankungen mehr ausgesetzt sein darf, wird ab Entnahme nur noch mit einer Rendite von 2% (Inflationsausgleich) gerechnet.

d) Frage 1:
Wie hoch muss das Gesamtkapital im Fonds-Depot sein, um monatlich € 500 entnehmen zu können (siehe a).

e) Frage 2:
Wie hoch muss die monatliche Sparrate ausfallen, um das Gesamtkapital (siehe b) & d) zu erreichen.

Sparplan mit Entnahmeplan

Ergebnis:

Um mit 67 Jahren eine monatliche Entnahme von € 500 nach heutiger Kaufkraft (Inflation von 2% p.a. wurde berücksichtigt) für 30 Jahre zu gewährleisten, müssen ab sofort € 270 monatlich gespart werden. Auch im Sparplan bis zum Rentenbeginn wurde der Kaufkraftverlust durch Inflation mit 2% p.a. berücksichtigt.

Welche Produkte für die Altersvorsorge würde ich diesem Beispielkunden nun empfehlen?

Das ist in diesem Fall schnell beantwortet. Da dieser Kunde bereits eine ansehnliche Anwartschaft aus der gesetzlichen und betrieblichen Altersvorsorge besitzt und mit seinem Nettoeinkommen eine Sparrate von € 270 möglich ist, würde ich als weiteren Baustein ein Investmentsparplan empfehlen. Die o.g. Zahlen machen dieses Produkt für diesen Beispielkunden perfekt. Er ist vertraglich nicht gebunden. Und er kann seine Sparraten flexibel verändern, wenn es notwendig sein sollte.

Sollte sein Einkommen in der nächsten Zeit deutlich steigen und sich dadurch auch die Höhe seiner gewünschten Rentenversorgung, kann immer noch ein weiterer Baustein in Form einer fondsgebundenen Rentenversicherung (z.B. als steuergeförderte Basis-Rente) hinzu genommen werden.

Bis dahin hat der Beispielkunde die Sicherheit, dass sein gewünschtes Rentenziel erreicht werden wird. Die Frage, welche Produkte für die Altersvorsorge für ihn am Besten sind, ist damit auch beantwortet.

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